Bürgerabend "Sicherheit, Cybersicherheit, IT-Infrastruktur und Datenplattform" am 28. August 2019

 

Hier finden Sie Antworten auf die Fragen, die während der Veranstaltung über das Online-Umfrage-Tool "Mentimeter" eingegangen sind, aber aus Zeitgründen nicht beantwortet werden konnten.

Wie sicher ist der digitale Personalausweis?

Ihre persönlichen Daten sind auf dem digitalen Personalausweis durch vier Sicherheitsmechanismen zuverlässig vor Diebstahl und Missbrauch geschützt:

  1. Durch die Zwei-Faktor-Authentifizierung ist gewährleistet, dass nur die Person die Online-Ausweisfunktion nutzen kann, die im Besitz des Personalausweises ist und die zugehörige persönliche Geheimnummer (PIN) kennt.
  2. Die Daten können im Fall eines Diebstahls oder Verlusts nicht ohne Ihr Wissen ausgelesen werden. Die Übermittlung der Daten kann nur erfolgen, wenn der Personalausweis mit einem Tablet bzw. Smartphone oder dem Kartenlesegerät verbunden ist und die PIN eingegeben wurde.
  3. Die Online-Ausweisfunktion ist an einen gegenseitigen Identifikationsnachweis gekoppelt. Das bedeutet, dass sich Ihr Gegenüber für die Abfrage Ihrer Daten mit einem gültigen staatlichen Zertifikat ausweisen muss, Sie sich dieses Zertifikat anzeigen lassen können und Sie der Übermittlung Ihrer Daten durch die Eingabe Ihrer PIN zustimmen müssen.
  4. Ihre Daten werden ausschließlich verschlüsselt (durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung) übertragen.

Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

An welche Altersgruppe richtet sich das IT-Sicherheitstraining?

Das kostenfreie IT-Sicherheitstraining richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Darmstadt jeden Alters. Einzige Bedingung ist eine gültige E-Mail-Adresse für die Registrierung zum kostenfreien Training. Weitere Informationen sowie die Registrierungsmöglichkeit zum IT-Sicherheitstraining finden Sie hier.

Was halten Sie von unifi als w-lan Erweiterung? Wie steht um die Sicherheit dabei?

Die UniFi Access Points gibt es in unterschiedlichen Ausführungen. Die Access Points sind ideal für kleine Netzwerke in Privathaushalten, aber auch leicht skalierbar für größere Unternehmensumgebungen. Die Access Points können über eine Software konfiguriert und verwaltet werden.

Die UniFi AP AC (UAP) verfügen über spezielle Sicherheitsalgorithmen und Verschlüsselungstechnologien (wie AES, TKIP, WEP, WPA oder WPA2) und gewährleisten damit einen sicheren Betrieb.

Welche Rolle spielt die akademische Kooperation mit Darmstädter Hochschulen im Bereich Cybersicherheit?

Die Digitalstadt Darmstadt wird bei der Umsetzung ihrer Vorhaben von einem starken Netzwerk von Partnern aus der Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung unterstützt.

Zu den Kooperationspartnern zählt beispielsweise die TU Darmstadt, die sich mit ihrer breiten Expertise in den Bereichen „Internet und Digitalisierung“ und „Cybersicherheit“ in die Projekte einbringt. Mehr Informationen zur Kooperation mit der TU finden Sie hier.

Im Profilbereich CYSEC arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Darmstadt an zentralen Themen der Cybersicherheit und des Privatheitsschutzes. An CYSEC sind derzeit insgesamt 33 Fachgebiete aus acht Fachbereichen der TU Darmstadt beteiligt. In seinen vielfältigen Verbund- und Einzelprojekten betreibt CYSEC auf international anerkanntem Niveau Spitzenforschung in zahlreichen Bereichen der Cybersicherheit.

Die bereits bestehende Zusammenarbeit mit der Hochschule Darmstadt (h_da) wurde in diesem Jahr weiter intensiviert. In gemeinsamen Projekten soll die gesellschaftliche und technologische Entwicklung der Stadt hin zur Digitalstadt begleitet werden. Die Hochschule Darmstadt steuert hierbei ihre interdisziplinären Kompetenzen aus Forschungsfeldern wie z. B. dem Bereich Cybersicherheit bei. Weitere Informationen finden Sie hier.

Wie steht es um die Umweltfreundlichkeit all der Vorhaben der Digitalstadt?

Diese Frage haben wir an anderer Stelle schon beantwortet.

Wie kann man verhindern, dass das Einwohnermeldeamt Daten weitergibt?

Einwohnermeldeämter dürfen Ihre Daten nur weitergeben, wenn Sie die ausdrückliche Erlaubnis erteilt haben. Eine solche Erklärung können Sie gegenüber Meldebehörden abgeben und auch widerrufen. Zudem ist die Meldebehörde verpflichtet, stichprobenartig die Vorlagen von Einwilligungserklärungen bei Unternehmen zu prüfen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

Wie sicher ist es, wenn meine Passwörter in einer Cloud gespeichert werden?

Der Zugang zu Cloud-Diensten erfolgt über ein internetfähiges Gerät. Dies kann beispielsweise ein PC oder ein Smartphone sein. Ist ein Gerät zum Beispiel durch einen Trojaner infiziert, sind somit auch die Cloud-Dienste, auf die von diesem Gerät zugegriffen wird, angreifbar.

Der Zugang zu Cloud-Diensten muss besonders geschützt werden: Ein fehlender oder schwacher Passwortschutz öffnet Datendieben Tür und Tor. Ist die Zugangshürde genommen, steht der Zugriff auf alle Daten offen, sofern sie nicht zusätzlich verschlüsselt sind.

Es ist ratsam, sensible Daten nicht auf dem Cloud-Speicher zu verwalten oder diese dort nur als Verschlüsselung aufzubewahren. Die verschlüsselten Daten sollten dann auch nicht in der Cloud, sondern - nach dem Herunterladen - lokal entschlüsselt werden.

Weiterführende Informationen und Sicherheitstipps zur Cloud-Nutzung finden Sie hier.

Wie gefällt Ihnen die Öffentlichkeitsarbeit der Stadt Wien im Hinblick auf Smart City Projekte?

Die Stadt Wien hat einen sehr guten Ansatz, unterschiedliche Interessensgruppen in die Projektentwicklung einzubeziehen. So hat sie bspw. gemeinsam mit älteren Menschen beim Projekt „WAALTeR“, bei dem es um selbstbestimmtes Wohnen im Alter geht, regelmäßig die im Projekt entstehende App und deren Funktionen getestet.
Die Stadt Wien beschäftigt sich schon sehr viel länger mit digitaler Stadtentwicklung. Auch wir binden mit zunehmendem Projektfortschritt verstärkt entsprechende Beteiligte direkt ein. So wird das gerade gestartete Projekt „Digital für alle“ Menschen mit Benachteiligungen und deren Bedarfe im Zeitalter der Digitalisierung einbeziehen. Das Projekt „Digitale Schule“ entwickelt die Angebote gemeinsam mit Schulen und Schülern. 

Wann gibt es in der Digitalstadt Darmstadt schnelles Internet für alle Haushalte?

Darmstadt hat die beste Breitbandversorgung in Hessen: Hier kommen die Bürgerinnen und Bürger am schnellsten ins Internet. 98,2 Prozent der Haushalte verfügen über einen Anschluss mit einer Übertragungsrate von 50 Megabit pro Sekunde oder mehr. Es gibt also flächendeckend bereits schnelles Internet.

Der Netzausbau wird zukünftig weiter vorangetrieben: Die Region FrankfurtRheinMain soll flächendeckend mit Glasfaserkabel bis zu den Haushalten respektive Unternehmen ausgestattet werden: So sollen alle Industrie- und Dienstleistungsunternehmen sowie alle Gewerbebetriebe bis zum Jahr 2025 einen gigabitfähigen Internetzugang bekommen. Das gleiche gilt für 50 Prozent aller Privathaushalte: Bis zum Jahr 2030 sollen bereits 90 Prozent quasi mit Lichtgeschwindigkeit surfen können. Dazu haben sich unter der Federführung des Regionalverbandes FrankfurtRheinMain die Landkreise Bergstraße (teilweise), Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Hochtaunus, Main-Kinzig, Main-Taunus, Offenbach, Rheingau-Taunus und Wetterau sowie die Städte Darmstadt, Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden zusammengeschlossen. Eine entsprechende Absichtserklärung wurde am 16. Mai unterzeichnet. 

Wenn Nachbarstädte profitieren, beteiligen Sie sich an den Kosten? Wie hoch sind die Kosten?

Wir sind als Modellprojekt dazu aufgefordert, für Wissenstransfer zu sorgen. Davon profitieren andere Städte. Viele Kommunen im Umkreis, aber auch bundesweit, haben uns schon eingeladen, um von unserem umfassenden Projekt zu erfahren. Solche Möglichkeiten des fachlichen Austauschs werden wir auch weiterhin gerne wahrnehmen. Eine Kostenbeteiligung findet nicht statt.

Rechenzentren verbrauchen unglaublich viel Strom. Gibt es Pläne um die ansteigende Menge an Daten umweltfreundlicher zu verwenden?

Durch die fortschreitende Digitalisierung ist der Bedarf an Rechenzentren in den letzten Jahren deutlich angestiegen, der Stromverbrauch entsprechend auch. Es gibt jedoch große Energieeinsparungspotenziale bei Rechenzentren, die von effizienterer Klimatisierung bis hin zum Einsatz von energiesparenderen Servern reichen. Mehr Informationen finden Sie auf den Seiten des Umweltbundesamtes.

Das in Darmstadt ansässige „DARZ“ gehört mit seinem niedrigen Energiekoeffizienten (PUE-Wert) zu den umweltfreundlichsten Rechenzentren in ganz Europa. Durch die optimale Kombination von mechanischer, mischbetriebener und rein indirekter Freiluftkühlung inklusive Zortström-Verteiler wurde das Rechenzentrum von vornherein im Hinblick auf eine besonders hohe Energieeffizienz konzipiert. Mehr zu diesem Thema erfahren Sie hier.