Kapitel 3: Handlungsfelder und Projekte

Mobilität

Herausforderungen

Darmstadts wirtschaftlicher Erfolg zieht immer mehr Menschen an – auf vier Einwohner kommen inzwischen drei Arbeitsplätze. Dadurch erhöht sich auch das Verkehrsaufkommen in der Stadt stetig. In den letzten zehn Jahren stieg die Zahl der Einpendler um 15 Prozent, womit parallel die Anforderungen an den öffentlichen Nahverkehr und die Verkehrsleitung gestiegen sind.1,2 Viele deutsche Städte wurden im Wiederaufbau als „autogerechte Stadt“ angelegt. Das Konzept des konventionellen Individualverkehrs gerät jedoch immer häufiger in Konflikt mit modernen Stadtplanungskonzepten und strengeren Umwelt- und Klimavorschriften. Gleichzeitig erfordern neue Mobilitätskonzepte, wie E-Mobilität und Leihfahrradsysteme eine besondere Infrastruktur und Verkehrsplanung, um wirksam zu werden.

Ziele

Neue Mobilitätskonzepte und eine nachhaltige, urbane Transportinfrastruktur senken das Verkehrsaufkommen im Bereich der benzinbetriebenen Privatfahrzeuge. Das reduziert die Schadstoffbelastung und gewährleistet bezahlbare und verlässliche Mobilität für alle Bürgerinnen und Bürger. Der motorisierte Verkehr wird durch intelligente Verkehrsleit- und Parksysteme gezielter gesteuert, wodurch Zeitersparnisse für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer ermöglicht werden. Angebote zur multimodalen Verkehrsnutzung garantieren eine flexible, integrierte und individualisierte Mobilitätskette einschließlich der ersten und letzten Meile. Elektrofahrzeuge werden zum privaten sowie öffentlichen Gebrauch durch eine ausgeweitete Ladeinfrastruktur gefördert. Der öffentliche Nahverkehr wird durch den Einsatz innovativer digitaler Lösungen bedarfsgerechter, verlässlicher und zukunftsgerichtet.

Projekte

Das Projektportfolio ist mit Vorhaben zur Verkehrssteuerung, E-Mobilität und ÖPNV sehr breit aufgestellt. Durch die Kernprojekte Smart Traffic und Smart Parking erreichen wir eine bedarfsorientierte Verkehrssteuerung, die den Verkehrsfluss optimiert und die Parkplatzsuche in der Innenstadt vereinfacht. Als weiteres zentrales Projekt ermöglichen wir mit einer Multimodalitäts-App die nahtlose Kombination des ÖPNV mit anderen nachhaltigen Verkehrsmitteln. Zusätzlich stellen wir den reibungslosen Betrieb aller Lichtsignalanlagen zur Verkehrssteuerung sicher. Im Bereich der E-Mobilität haben wir bereits große Fortschritte erzielt und zwei Sofortmaßnahmen zur Förderung von Elektroautos angestoßen. Damit der ÖPNV in Zukunft noch attraktiver und effizienter wird, werden wir verschiedene Anwendungen von Automatisierungstechniken bei Bussen und Straßenbahnen testen und beobachten.

Tabelle Mobilität

 

 Quellen:

  1. Masterplan 2030, Darmstadtatlas 2017, Wissenschaftsstadt Darmstadt, S.40
  2. Statistische Berichte 2/2017, Wissenschaftsstadt Darmstadt, S.6

Anregungen und Feedback (13)

R.

ID: 130 11.12.2018 21:30

Warum werden Taxiunternehmen nicht verpflichtet, Hybridantriebe zu verwenden und warum werden Busse nicht zumindest Innenstadtnahe mit Oberleitungen ausgestattet?

hjzimbo

ID: 121 09.12.2018 19:10

Gerade bei dem Thema Mobilität werden die vorgeschlagenen Ansätze nicht so schnell zu realisieren sein. Was soll zwischenzeitlich passieren?
(1) Vielleicht könnte man doch noch eine "Umgehungsstraße" realisieren?
(2) Die vorgeschlagenen Steuerungen brauchen noch einige Entwicklungszeit und eine nicht zu komplexe Infrastruktur. Könnte man da ggf. auch die Straßennutzung ändern, z.B. mehr Einbahnstraßen, Ringverkehre, um damit Kreuzungen zu entlasten?
(3) Bei allen Überlegungen, und das auch schon heute, werden irgendwie die Fußgänger außer Acht gelassen: schlechte und zugeparkte Gehwege, zu lange Fußweg zum ÖPNV, zunehmend Radfahrer mit eBikes auf den Gehsteigen.
(4) Parkhäuser bzw. Parkplätze könnten in die Stadtteile gelegt werden, die einfach und schnell zu erreichen sind.
(5) Große Fahrzeuge, wie z.B. SUVs, sollten höhere Parkplatz- bzw. Wegegebühren zahlen, da sie mehr Platz auf Straßen und in Parkhäusern brauchen. Ggf. sollte man sie aus der Stadt "verbannen".

dd23

ID: 116 03.12.2018 15:20

Wäre super, wenn die vorgeschlagenen Verkehrszähler nicht nur Kfz sondern auch Radfahrerzahlen erfassen würden, damit man die subjektive Wahrnehmung, dass viel Radler unterwegs sind auch mit Zahlen belegen kann - und aufgrund des großen Bedarfs gute Gründe hat für den Ausbau von Rad-Infrastruktur.

Ein weiteres gutes Projekt wäre es endlich das Bargeldlose zahlen für den Airliner zu ermöglichen. Am Flughafen gibt es aktuell ausschließlich die Möglichkeit mit Bargeld beim Fahrer zu zahlen - einem Zahlungsmittel das es vor dem Mittelalter schon gab. Am Flughafen gibt es keinen Fahrkartenautomat für den Airliner und das Zahlen via App ist aus irgendwelchen bürokratischen Gründen nicht möglich. Ein Armutszeugnis für eine Digitalstadt und sehr ärgerlich für internationalen Besuch, der so erst den Umweg zum Geldautomaten muss, bevor er Airliner fahren kann.

Beitrag_Strategie-Event

ID: 44 16.11.2018 15:41

Wenn der späte Zug von wi/mz oder von F Verspätung hat: Eine Möglichkeit, mit dem Handy aus dem verspätetem Zug heraus, den Anschlussbus der DADIMA auf den verspäteten Zug warten zu lassen.

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Sonnenblume

ID: 96 17.11.2018 22:28

Passagiere sollten das sichere Gefühl haben, dass sie am Abend nach Hause kommen. (Und nicht irgendwo stranden.) Ist die Verkehrsleittechnik hier so weit, dass sie "weiss", ob alle Passagiere ihren letzten Bus / Anschlusszug erreichen können? (Sollte ein später Zug oder Bus verspätet sein: sollte der letzte Bus / Zug warten. Und sollte das nicht praktikabel sein: sollten die Passagiere der verspäteten Busse / Züge mit Sammeltaxis nach Hause gebracht werden.)

Beitrag_Strategie-Event

ID: 42 16.11.2018 15:26

Welcher Beitrag zur Verkehrsvermeidung ist möglich? Mobilität nicht nur fördern, sondern auf das Notwendige und Wünschenswerte begrenzen – spart Lebenszeit, hält gesünder und kommt dem Stadtklima zugute. Wie kann Digitalisierung dazu beitragen, notwendige Lebensbedürfnisse im eigenen engeren („fußläufigen“) Umfeld zu befriedigen?

Beitrag_Strategie-Event

ID: 41 16.11.2018 15:25

Andere Städte haben Verkehrsleitsysteme, DA nicht(?). Wo ist hier das Besondere?

Beitrag_Strategie-Event

ID: 40 16.11.2018 15:25

- Wünsche als Fußgänger: Saubere Luft und ohne Lärm, wenn ich von zu Hause in die Stadt gehe.
- Wünsche als Radfahrer: gefahrlos die Stadt zu
durchqueren.
- Wünsche als Autofahrer: Grüne Welle, mehr Kreisel.

Sonnenblume

ID: 23 16.11.2018 09:54

(1) Abschnitt Ziele: Zu Beginn des Abschnitts „Ziele“ würde ich mir ein Leitmotiv wünschen: eine klare und mutige Ansage in Richtung „Wir sorgen für nachhaltige Mobilität in einer lebenswerten Stadt."
Die Reihenfolge der Punkte sollte geändert werden: Punkte, die nachhaltige Mobilität unterstützen, an den Anfang. Punkte zu Parken, Ampeln etc. an das Ende des Abschnitts.
(2) Multimodalitäts-App: Wenn Menschen einfach, bequem, schnell und kostengünstig von A nach B gelangen können (auch ohne Privat-PKW), braucht man sich keine großen Gedanken machen über „Parken“ oder „Ampelsteuerung“. Das Projekt „Multimodalitäts-App“ sollte daher eine sehr hohe Priorität bekommen.
(3) Zusätzliches Projekt: „Von Best Practises lernen“. Hinsichtlich Mobilitätswende liegt Deutschland insgesamt deutlich zurück. (Verglichen mit anderen Städten / Metropolregionen in Europa oder in China.) Daher wäre es wünschenswert, ein zusätzliches Projekt „Von Best Practises lernen“ hinzuzufügen. Dazu wird ein Team etabliert, dessen Aufgabe es ist, vielversprechende Entwicklungen zu erkennen, auf ihre Anwendbarkeit für Darmstadt zu überprüfen und ggf. übergreifend voranzutreiben. (z.B. um in Rhein-Main oder deutschlandweit von A nach B zu kommen.)

Beispiele:
https://www.greenpeace.de/files/publications/screen_s01851_ds_studie_de_mobi_22_06_16.pdf

https://www.deutschlandfunk.de/zukunft-der-mobilitaet-wie-wir-demnaechst-von-a-nach-b.740.de.html?dram:article_id=427850

https://ngin-mobility.com/

Nadine

ID: 21 14.11.2018 13:46

Smart Parking: im Prinzip eine super Idee, die leider nicht das Verkehrsaufkommen reduzieren wird. Wie wäre es mit Smart Parking außerhalb der Innenstadt und Vernetzung mit ÖPNV etc?

Hier meine spontanen Gedanken dazu:
Wie ist die Umsetzung geplant?
- Welche Straßen sind ausgenommen z.B. wegen Anwohnerparken etc
- Wird die Innenstadt einmal komplett umgegraben, um die Bodensensoren anzubringen? (Kosten-Nutzen)?
- Werden Parkhäuser mit einbezogen?
- Wie sieht die praktische Umsetzung aus: Parkplatzsuche mit Handy in der Hand bei gleichzeitigem Autofahren?

Nadine

ID: 20 14.11.2018 13:42

Smart Traffic: ich begrüße diese Initiative sehr und möchte gerne wissen, welchen Zeithorizont Sie für dieses Projekt sehen.
Intelligente Ampelsysteme sind ein Muss für Darmstadt. Andere europäischen Länder wenden solch ein System bereits seit Jahren an.
Die Autofahrer werden täglich auf eine Geduldsprobe gestellt (besonders in den Abend- und Nachtstunden), wenn sie gefühlt 5 Minuten an einer roten Ampel stehen, obwohl kein anderer Verkehrsteilnehmer in Sicht ist. Wenn die Ampel schon beim Heranfahren erkennt, dass kein anderer Teilnehmer da ist, könnte man ohne Stop/Start zügig und gleichmäßig über die Kreuzung fahren (die Umwelt dankt).

Bsp: Niederlande

Wo sitzen eigentlich die Sensoren, die die Verkehrsdaten erfassen sollen?