Kapitel 1: Einführung

Einleitung

Darmstadt wird Digitalstadt – und bringt unseren Bürgerinnen und Bürgern eine neue Lebensqualität. Für diesen digitalen Aufbruch befinden wir uns in einer ausgezeichneten Ausgangslage. Wir zählen seit 2010 zu den zehn zukunftsfähigsten Städten Deutschlands.1 Der größte Vorteil ist dabei unsere Gesellschaft: Wir sind im Schnitt 40 Jahre jung, durch vier Hochschulen studentisch geprägt und wachsen seit Jahren kräftig.2 Innovation hat bei uns Tradition – als Wissenschaftsstadt sind wir für unsere Hochschulen und Forschungsinstitute für Spitzenforschung global bekannt. Bis heute steht Darmstadtium als chemisches Element in jeder Schule weltweit. Mit dem CRISP ist ein führendes Institut der Cybersicherheit bei uns angesiedelt und in Darmstadt besitzt fast jeder Haushalt mindestens einen DSL-Internetanschluss.3 Doch nicht nur die Wissenschaft hat uns international Anerkennung eingebracht – die Mathildenhöhe gilt als global bekanntes Zentrum des Jugendstils und verkörpert seit jeher die fortwährende Modernisierung Darmstadts. Ganz im Sinne der Kunstbewegung um die 19. Jahrhundertwende bewahren wir auch heute im Zuge der Digitalisierung unsere Offenheit gegenüber Neuem und entsprechen mit der Entwicklung und dem Einsatz digitaler Technologien dem Zeitgeist.

Die Digitalstadt macht Darmstadt nun auch zum internationalen Pionier im Bereich intelligenter städtischer Anwendungen. 2017 wurden wir bereits zum Vorreiter der Digitalisierung im deutschlandweiten Wettbewerb „Digitale Stadt“ des Digitalverbandes Bitkom und des Deutschen Städte- und Gemeindebundes gekürt. Dieser Auszeichnung haben wir Taten folgen lassen. Wir haben die Digitalstadt Darmstadt GmbH gegründet, in der wir alle Akteure unter einem Dach zusammenbringen – die Stadtverwaltung, Unternehmen, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik. Die Vernetzung aller Beteiligten schafft ein übergreifendes Innovationslabor, womit wir Darmstadts innovatives Potenzial voll ausschöpfen und zusammen mit dem CDO (Chief Digitization Officer) der Wissenschaftsstadt Darmstadt eine zentrale und kohärente Koordination in der Umsetzung der Digitalstadt sicherstellen können.

Diese Strategie schafft dazu den Handlungsrahmen, der alle Vorhaben zu einem Gesamtkonzept integriert, strukturiert und zielgerichtet leitet. Bei der Schilderung unserer Vorhaben beschränken wir uns hier auf Skizzen der wichtigsten Projekte – für die konkrete Umsetzung und Finanzierung der Projekte wird ein zusätzlicher Umsetzungsplan entwickelt. Wir planen dabei vorausschauend und ganzheitlich.

Die Strategie der Digitalstadt Darmstadt fügt sich in den übergeordneten Masterplan DA 2030+ sowie in die Stadtwirtschaftsstrategie 2020 ein und erweitert diese um digital spezifische Vorhaben zu Mobilität, Industriepolitik, Klimaschutz, Gesundheit, Bildung und Bürgerbeteiligung. Vor allem die von der HEAG publizierte Stadtwirtschaftsstrategie bietet den demokratisch legitimierten Ausgangspunkt und Rahmen für die Digitalisierungsinitiativen zur Steigerung des Gemeinwohls und der Wirtschaftlichkeit sowie der Erhöhung der Wertschöpfung in Stadt und Region durch die Stadtwirtschaft und ihre Beteiligungen. Außerdem sehen wir die Digitalstadt als Zugpferd für die Smart Region Rhein-Main-Neckar, in der wir Synergien schaffen und nutzen.4

Im Folgenden legen wir in sieben Kapiteln unsere Strategie zur Digitalstadt Darmstadt dar. Den Kern der Strategie bildet Kapitel 3 mit der Beschreibung unserer Vision. In Kapitel 4 geben wir einen Überblick über die Strukturelemente der Strategie: die Kernziele und Leuchtturmthemen, in denen die vielfältigen Projekte der Digitalstadt gebündelt werden. Es folgt mit Kapitel 5 die detaillierte Beschreibung der Handlungsfelder, in denen die Projekte auf unserem Weg zur Digitalstadt umgesetzt werden. Kapitel 6 legt den Ansatz für einen digitalen Kulturwandel dar. Anschließend gehen wir in Kapitel 7 auf unsere Dialog- und Kommunikationsstrategie ein. Wir schließen mit Kapitel 8 und 9, in denen wir eine Übersicht über die Umsetzungselemente der Strategie und einen Ausblick auf den Finanzierungsansatz geben.

Quellen:

  1. Prognos Zukunftsatlas 2016, Prognos AG
  2. Datenreport 2017, Wissenschaftsstadt Darmstadt, Kapitel 2.20
  3. Digitalstadt Darmstadt, Darmstadt stellt sich vor, 2017
  4. HEAG, Stadtwirtschaftsstrategie 2020, 2016

Anregungen und Feedback (6)

R.

ID: 125 11.12.2018 21:06

So wenig Kommentare, das zeigt deutlich, dass der Ansatz nicht funktioniert hat. Diese Plattform ist auch rein technisch sehr unzureichend y weil man weder auf andere Kommentare antworten kann noch bewerten kann.
Zudem finde auch Ich, dass für so einen sehr wichtigen Prozess das Zeitfenster der Mitwirkung von Bürgern viel zu kurz ist.

R.

ID: 127 11.12.2018 21:13

Hoppla. Stimmt ja gar nicht. Antworten sind ja doch machbar... 😀

hjzimbo

ID: 124 09.12.2018 19:53

Einige allgemeine Anmerkungen zur Strategieentwicklung, die ich übrigens als sehr gelungen erachte:
(1) Für eine einzelne Person ist der Termin 11.12.18 einfach zu kurz, um sich intensiver mit Kommentaren zu beteiligen.
(2) Das Thema ist für viel Bürger/ Bürgerinnen nicht so einfach zu verstehen und nicht transparent genug. (3) Vielleicht könnte man so etwas ähnliches wie "Kruschl erklärt" im Darmstädter Echo machen. Jede Woche oder z.B. alle 3 Tage auf einer Plattform die wirklich wichtigen Dinge "knapp" erläutern oder über sie informieren. Zusätzlich mit einem intelligenten Suchmechanismus hätte man dann auch die Möglichkeit, die Texte zu recherchieren. Auch Kurzfilme könnten helfen, Dinge verständlicher zu machen.

Moderationsteam

Kommentar der Moderation
ID: 135 18.12.2018 10:19

Lieber hjzimbo,

das Darmstädter Echo verfügt jetzt über eine Redakteurin, die sich schwerpunktmäßig mit dem Thema Digitalstadt Darmstadt beschäftigt. Auch wir würden uns sehr darüber freuen, wenn Deine Vorschläge umgesetzt werden. Die Entscheidung darüber liegt jedoch beim Darmstädter Echo.

Viele Grüße
Dein Digitalstadt-Team

Rainer

ID: 119 09.12.2018 15:18

Ich bin sehr skeptisch, ob diese online-basierte Form des Feedbacks dem (angeblich) hohen Stellenwert des Themas Digitalisierung gerecht wird (bis zum 09.12.18: 94 Kommentare zu Strategie/Konzepten; 18 Kommentare zu den Projekten). Hierin liegt meiner Auffassung nach auch große politische Sprengkraft, weil die Bürger_innen wesentlich unmittelbarer und mit großer Wucht betroffen sein werden. Digitalisierung ist gleichzusetzen mit öffentlicher Infrastruktur - jedoch sind dann nicht nur ein paar Anwohner betroffen. Gibt es Überlegungen, Rechtsformen zu nutzen/zu schaffen, die der Allgemeinheit dauerhafte Zugriffsmöglichkeiten sichert? Entsteht Software gemeinnützig und kostengünstig als Open-Source-Code? Dann könnten entsprechende APP´s/Plattformen auch auf andere Städte "ausgerollt" werden und Darmstadt wäre somit echter Vorreiter!

Wie lässt sich die Beteiligungsquote steigern?
1. Dazu sind die Projektbeschreibungen zu konkretisieren.
Nur ein Beispiel: Schülerinnen und Schülerprojekte: Gibt es eine detaillierte Roadmap? Wer im Medienzentrum/in der Stadt ist konkret verantwortlich? Was wird geplant? Werden die Schulen offen in das Projekt integriert? Auch hier: Entsteht Software gemeinnützig im Open-Source-Code?

2. Nicht-digitale Beteiligungsformen besser nutzen, wie weitere Bürgerinformationen, öffentliche Projektsitzungen bis hin zu analogen Abstimmungen.

Moderationsteam

Kommentar der Moderation
ID: 136 10.01.2019 14:44

Lieber Rainer,

für die Schüler*innenprojekte ist folgender Fahrplan vorgesehen:

a) Bis Dezember 2018 werden unterschiedliche Lernpakete (Lernpaket Grundschule, Lernpaket Umwelt, Lernpaket Elektronik, Lernpaket Programmieren) zusammengestellt und erworben . Als Hardware wird je nach Lernpaket Calliope, Arduino oder RaspberryPi genutzt, die dazugehörige Software ist überwiegend Open Source.
b) Ab Januar 2019 ist eine Kooperation mit der TU Darmstadt in den Arbeitsbereichen Medienpädagogik (ComputerStudienWerkstatt) und Technikdidaktik geplant. Es werden Handreichungen entwickelt, die im Unterricht als Open Education Resources (OER) zum Einsatz kommen.
c) Ebenfalls ab Januar 2019 können die Lernmodule inklusive der Handreichungen im Medienzentrum der Wissenschaftsstadt Darmstadt ausgeliehen werden.
d) Zudem ist die Aufnahme entsprechender Lehrerfortbildungen in das Fortbildungsprogramm des Medienzentrums geplant.
e) Alle Angebote sind auf der Homepage des Medienzentrums zu finden.
Verantwortlich für das Projekt ist die Leitung des Medienzentrums.

Viele Grüße
Dein Digitalstadt-Team