Kapitel 4: Digitaler Kulturwandel

Dynamisch, adaptiv und offen für Neues sein | Offene Fehlerkultur leben und lebenslanges Lernen fördern | Silodenken vermeiden

Dynamisch, adaptiv und offen für Neues sein

Digitale Technologien unterliegen einer ständigen und raschen Entwicklung. Daher wollen wir Veränderungen und Trends proaktiv verfolgen und aufnehmen. Dies erfordert flexible Lösungskonzepte und die Bereitschaft, neue Lösungen auszuprobieren. Eine neue Lösung ist das Modellprojekt „Digitale Schule“. In den Modellschulen werden digitale Innovationen sinnvoll in den Unterricht integriert und somit Schülerinnen und Schülern die notwendige digitale Medienkompetenz sowie Handlungs- und Urteilsfähigkeit vermittelt. Das Projekt dient als adaptierbare Vorlage, wie Schulen mit der Herausforderung der Digitalisierung umgehen und Grundlagen für einen modernen Unterricht schaffen können. Um auch künftig wettbewerbsfähig zu bleiben, wollen wir neben der agilen Umsetzung von Projekten, einen Nährboden für digitale Innovation schaffen. Bürgerinnen und Bürger sowie Interessensvertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft werden animiert, ihre Komfortzone zu verlassen und Lösungen langfristig weiterzuentwickeln.

Offene Fehlerkultur leben und lebenslanges Lernen fördern

Viele neue Technologieanwendungen sind noch nicht erprobt und bringen Ungewissheit über ihre Aus- und Nebenwirkungen mit sich. Wir begrüßen offen das Scheitern als notwendigen Teil von Innovation, Kreativität und Mut zu Neuem. Durch den Austausch über Erfolge und Misserfolge stellen wir sicher, dass unsere Fehler Lehrstücke für die Zukunft werden. Zusätzlich können mit der Anwendung agiler Methoden in der Projektarbeit kurze Entwicklungszyklen und entsprechend zeitnahe Rückmeldungsfenster garantiert werden. Durch die frühe Entwicklung von Prototypen und dem Aufbau von Reallaboren wird aus der Anwendung neuer digitaler Lösungen ständig gelernt und gesammelte Erfahrungen zur Verbesserung von Lösungen laufend eingebaut. So werden erfolgsversprechende Projekte schnell erkannt und weniger nutzenstiftende Investitionen vermieden. Der Ansatz einer offenen und sich stetig weiterentwickelnden Innovationskultur fördert die kontinuierliche Lernbereitschaft und steigert durch die rasche Abwicklung von Prozessschritten die Arbeitsmotivation.

Silodenken vermeiden

Damit die Transformation zur Digitalstadt gelingt, müssen alle betroffenen Anspruchsgruppen zusammenarbeiten und unsere Vision gemeinsam verfolgen. Wir wollen, dass die Digitalstadt eine Gemeinschaftssache ist, mit der sich alle Darmstädterinnen und Darmstädter identifizieren. Eine enge Vernetzung der Ziele und Aktivitäten in Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft ist hierfür unabdingbar. Wir wollen Engagement und Eigenständigkeit fördern und ein Fundament für Innovation und Wandel schaffen. Umsetzenden Unternehmen gewährleisten wir den nötigen Handlungsspielraum und koordinieren Entwicklungen nur bei Bedarf zentral. Es gilt, den durch die Digitalisierung stattfindenden gesellschaftlichen Wandel zu gestalten und die verschiedenen Anspruchsgruppen ihrem Wissenstand entsprechend an die digitale Zukunft heranzuführen. Um das digitale Denken bei den Darmstädterinnen und Darmstädtern langfristig zu verankern, braucht es eine strategisch verankerte Kommunikationsstrategie.

Anregungen und Feedback (1)

Sonnenblume

ID: 28 16.11.2018 15:08

Das hört sich etwas nach "Sonntagsrede" an.
Was heißt das denn konkret?

Was sagen Sie Menschen, deren Arbeitsplatz sich in den nächsten Jahren stark verändern wird bzw. der ganz entfallen wird? Damit diese Menschen sich frühzeitig mit der Situation auseinander setzen, auf den Wandel vorbereiten und ihre Employability (Beschäftigungs-Fähigkeit) stärken. So dass sie den Wandel positiv erleben - und sich nicht irgendwann als "abgehängt" und als Verlierer*innen der Entwicklung fühlen.

Sind hier Funktionen involviert, die sich mit beruflicher Weiterqualifizierung / Umschulungen befassen, wie z.B. Job Center, IHK, Handwerkskammer, weiterführende Schulen, Hochschulen, Berufsbildungs-Organisationen einzelner Branchen?

Beispiel: In wenigen Jahren wird es eine Vielzahl autonom fahrender Fahrzeuge geben. Was wird aus den Menschen, deren Beruf es jetzt ist, Taxis, LKW, Busse, Strassenbahnen, Gabelstapler usw. zu fahren? Welche Qualifizierung brauchen Menschen, die autonome Fahrzeuge oder die Verkehrs-Infrastruktur für diese Fahrzeuge warten - und wie bekommen sie diese Qualifizierung?